Einen Text schreiben, der Erfolg erzielt

Servus! R. Strunz, sinnierender Sprachphilosoph, grübelnder Großvater und kategorischer Kolumnist aus Bayern, hat in seiner heutigen Kolumne die Frage beantwortet, wie man den Erfolg eines Textes beurteilen und unterstützen kann.

Was macht einen Text erfolgreich?

Angenommen, Sie wollen einen Text schreiben, der Erfolg erzielt – und stellen sich die Frage: „Was macht einen Text eigentlich erfolgreich?“. Die Frage ist so schwierig zu beantworten wie: „Wie komme ich zur ersten Million?“. In Bayern, wo die Sprache konkret ist, würden wir antworten: „Es kommt drauf an.“

Erfolg lässt sich an dem Spannungsverhältnis zwischen Ergebnis und Ziel messen. Kurz gesagt: Was soll erreicht werden und was wurde erreicht? Die erste Frage, die sich also stellen müssen ist: „Was will ich mit meinem Text erreichen?“. Wollen Sie etwas verkaufen? Wollen Sie informieren, um etwas zu verkaufen? Oder wollen Sie etwas bewusst machen, um zu informieren und anschließend zu verkaufen? Letztendlich ist das Ziel meistens: um etwas zu verkaufen.

Was verkaufen?

Gegenstände, Ideen, Programme, Weltanschauungen, Option auf einen Tisch für Münchner in einem Oktoberfestzelt in 2020, in der Zeit zwischen 15 Uhr und 15.30 Uhr, mit einem Mindestverzehr von 80 € oder mehr. Jeder Text will verkaufen.

Wie verkaufen?

Leistung gegen Gegenleistung ist die klassische Definition eines Kaufvertrages. Gegenleistung kann auch eine geänderte Überzeugung, ein Wissens- oder Kenntniszuwachs, die Erkenntnis, warum wir auf Erden sind oder selbstverständlich auch der Kauf einer neuen Unterhose sein. Klassisch vollzogen ist der Kaufvertrag durch Einigung und Übergabe, in unserem Falle, wenn Sie den Leser auf Ihrer Seite haben, in ihm das Gefühl einer Lücke gezeugt, ihn überzeugt haben.

„Ich habe eine Lösung, wer hat das Problem?“ – die Suche nach der Lücke

Der Idealfall ist, für ein dringendes Problem ein umsetzbares, wirksames Gegenmittel zu haben. Wie aber findet man Bedürfnisse? Ein alter Grundsatz lautet: Hör dich um! Also schauen Sie sich um! Gehen Sie hinaus aus Ihrem Elfenbeinturm! Fragen Sie Ihre Telefonvermittlung! Finden Sie heraus, was Ihren Kunden nicht passt! Welche Reklamationen es gibt. Wonach Ihre Kunden suchen, wenn sie die Antwort hören: „Tut mir leid, hier kann ich Ihnen nicht weiterhelfen.“

Unebenheiten machen aufmerksam – die Suche nach der Haifinne

Wo bleibt der Blick des Lesers im Meer der Informationen hängen? An der Finne des Hai – bildlich gesprochen. Am Undeutlichen, Interessanten, Unbekannten, potentiell Gefährlichen. Haben Sie etwas zu bieten, was den Kern Ihrer Botschaft betrifft? Etwas, das neu, bisher ungesagt, frisch, provokant oder gewagt ist? Scheuen Sie sich nicht vor Humor! Manchmal verstehen den auch Kunden.

Predigen ist erlaubt, nur nicht über fünf Minuten – die Suche nach der Größe

Rhetorik-Trainer und fortschrittlicher Pfarrer (ich kenne einen) sagen:

Man darf über alles predigen, nur nicht über fünf Minuten.

– auch wenn sie selbst sich nicht immer daran halten. Kürze ist nur dann eine Würze, wenn sie eine Essenz ist, ein Kosprimat, das Ende eines Denk- und Erkenntnisprozesses. Kurz: wenn das Wesentliche enthalten ist. Picassos reduzierter Strich-Stier enthält alle wesentlichen Informationen über das Phänomen El Toro. Nehmen Sie sich daran ein Beispiel!

Fazit

Das Wichtigste ist, dass jeder Text einen Erfolg erzielt – wenn auch manchmal im negativen Sinn. Auch ein Flop kann ein Erfolg sein, das mindert seine Deutlichkeit nicht. Um einen Text zu verfassen, der einen Erfolg erzielt, beantworten Sie sich die Fragen: Was soll ihr Text bewirken? Warum soll Ihr Text gelesen werden? Was ist des Lesers Lustgewinn? Woran messen Sie den Erfolg des Textes? Was hat das Leben Ihnen heute Positives vermittelt?

Wollen Sie mehr über dieses Thema erfahren oder eine professionelle Texterstellung bei mir in Auftrag geben? Dann kontaktieren Sie mich, ich freue mich darauf!