Die Unsicherheit über ein angemessenes Texter-Honorar ist auf Auftraggeber- und Auftragnehmer-Seite groß. Was ist angemessen? Die Marktpreise sind so unterschiedlich wie die Einzelteile einer Patchworkdecke. Viele freiberufliche Texter verlangen Preise, über die sich die Kunden freuen, aber die Texter-Kollegen nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Andere müssen ihre eigentlich angemessenen Text-Preise hart verteidigen. Doch woher kommt die Unsicherheit über ein angemessenes Texter-Honorar?

Eines der größten Probleme ist mit Sicherheit, dass Kunden oft nicht wissen, welche Arbeit sich hinter einem Text verbirgt. Sie erfahren es auch nicht, weil viele Texter es ihnen nicht sagen. Deshalb lesen Sie heute in Teil 2 meiner Beitrags-Reihe über Texter-Honorare, warum ein professionell erstellter Text eben sein Geld kostet.

In vielen kleinen Schritten zum fertigen Text

So setzt sich ein Texter-Honorar zusammen

Im ersten Teil dieses Beitrags konnten Sie lesen, wie viele Schritte für einen Texter nötig sind, damit er überhaupt erstmal anfangen kann zu schreiben: bis zu 8 Arbeitsschritten! Erst dann beginnt so langsam die eigentliche Textarbeit.

Zu den Schritten 1 – 8 und zum ersten Beitrag dieser Reihe geht’s hier lang.

9. Inhalt, Gliederung, Ablauf

Bei jedem Projekt – sei es noch so klein – muss der Texter wissen, was er überhaupt sagen will und wie er das am besten tut. Besonders bei größeren Projekten (Website, Broschüre) bewegt sich der Texter auf der sicheren Seite, wenn er nach diesem Schritt Rücksprache mit seinem Kunden hält. So wird geklärt, ob er sich auf dem richtigen Weg befindet.

10. Titel

Haben Sie in einem Texter-Angebot schon mal diese Position gelesen? Haben Sie als Texter diese Position schon mal in Ihr Angebot aufgenommen? Nicht? Warum nicht? Einen Titel zu finden ist Arbeit, die Zeit kostet! Manchmal dauert das sogar besonders lange, muss doch der Titel in wenigen Worten Neugierde wecken, den Inhalt zusammenfassen und ansprechend klingen.

11. Headlines

Wie der Titel sollten auch Headlines und Subheadlines kompakt, interessant und informativ sein. Kürzen und Verdichten ist schwierig, das Finden des richtigen Ausdrucks oder der rhetorischen Figur dauert seine Zeit. Zeit, die bezahlt werden muss!

12. Rohtext

Computer aufgeklappt, losgetippt, wenig editiert und manchmal ohne Struktur. Das ist der Rohtext. Der erste Entwurf, der selten schon einen fertigen Text darstellt. Er muss bearbeitet werden. Ergänzt, reduziert, umstrukturiert, umformuliert werden – immer wieder.

13. Zwischenabstimmungen

Einen Rohtext seinem Kunden zu zeigen ist nicht immer eine Option. Nur wenn dieser ganz sicher weiß, was ein Rohtext ist, ist dieser Schritt zu empfehlen. Sonst sollte man sich den Ärger des Kunden über den angeblichen Reintext sparen. Wird dieser Schritt jedoch vom Texter umgesetzt, kostet er Zeit. Und Zeit ist bekanntlich Geld.

14. Reintext

Das ist die Textversion, die so gemeint ist, wie sie auf dem Papier steht. Daran hat der Texter lange rumgebastelt. Trotzdem ist das noch nicht das finale Ergebnis.

15. Subheadlines

Subheadlines erscheinen genauso wenig von alleine auf dem Papier wie andere Buchstaben. Sie müssen erarbeitet werden.

16. Legenden

Dass auch noch Bildunterschriften benötigt werden fällt vielen Kunden erst auf, wenn sie sehen, dass unter dem Bild nichts steht. Also wird dieser Schritt noch schnell hinterhergeschoben. Was passiert? Der Texter investiert Zeit. Arbeitszeit!

Sie denken, der Text wäre nun fertig? Tut mir leid, da muss ich Sie enttäuschen. Es sind noch bis zu 12 weitere Schritte notwendig. Wie, das hätten Sie nicht gedacht? Verstehen Sie so langsam, warum Sie für einen anständigen Text ein anständiges Honorar zahlen müssen.

Lesen Sie nächste Woche, welche Arbeitsschritte ein Text noch durchlaufen muss, ehe er fertig ist.

Wollen Sie mehr über dieses Thema erfahren oder eine professionelle Texterstellung bei mir in Auftrag geben? Dann kontaktieren Sie mich, ich freue mich darauf!